Fronleichnam

Feiertag Datum Gesetzlicher Feiertag in
Fronleichnam 2017 Donnerstag, den 15.06.2017 Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Fronleichnam 2018 Donnerstag, den 31.05.2018 Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Fronleichnam 2019 Donnerstag, den 20.06.2019 Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland
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Juni 2019
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Fronleichnam ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, jedoch nicht in allen Bundesländern gleichermaßen. Das Fronleichnamsfest wird auch als das „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ bezeichnet und gilt als Hochfest der katholischen Kirche. Gefeiert wird Fronleichnam immer am zweiten Donnerstag nach dem Pfingstfest.

Allgemeines zu Fronleichnam

Als gesetzlicher Feiertag gilt Fronleichnam in Baden-Württemberg und Bayern, in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in Nordrhein-Westfalen. In den anderen Ländern gibt es Sonderregelungen. So zum Beispiel in Sachsen, wo die Fronleichnamsverordnung diesen Tag als Feiertag in Gemeinden, die eine überwiegend katholische Bevölkerung haben, vorsieht. Auch in Thüringen gilt diese Verordnung. Hier ist Fronleichnam im Landkreis Eichsfeld sowie in Teilen der Kreise Wartburg und Unstrut-Hainich ein Feiertag. In anderen Ländern können katholische Arbeitnehmer eine unbezahlte Freistellung für diesen Tag bekommen, Kinder erhalten dann unterrichtsfrei. Auch in der Schweiz ist Fronleichnam nicht überall ein Feiertag, jedoch in den mehrheitlich katholischen Kantonen. In Österreich und Liechtenstein hingegen ist Fronleichnam ganzheitlich ein gesetzlicher Feiertag. Frankreich und Luxemburg feiern am Sonntag nach dem Fronleichnam und haben hier keinen gesetzlichen Feiertag. Unter anderem in der Dominikanischen Republik, in Bolivien und Brasilien ist Fronleichnam ein gesetzlich vorgeschriebener Feiertag.

Geschichte des Feiertags

Die Geschichte des Fronleichnamsfestes reicht weit zurück. So hatte im Jahr 1209 die Nonne des Augustinerordens Juliane von Lüttich angeblich eine Vision von Jesus, der das Fehlen des Festes erklärte. Auf Anregung der Nonne hin wurde das Fest 1246 im Bistum Roberts von Lüttich eingeführt. Ab 1264 galt das Fest offiziell als kirchliches Hochfest, der Termin war der zweite Donnerstag nach Pfingsten. Papst Urban IV. legte dies damals fest. Im gleichen Jahr wurden auch in Rom, Münster und anderen Städten Europas Festlichkeiten anlässlich des Fronleichnamstages abgehalten. Nachdem das Fest in vielen anderen Städten Deutschlands etabliert war, wurde es auf dem Trienter Konzil nochmals offiziell bestätigt. Das war in den Jahren von 1545 bis 1563. Der Hintergrund war, dass damit der katholische Glauben gestärkt und demonstriert werden sollte, was gegen den protestantischen Glauben ging.

Brauchtum zu Fronleichnam

Der wohl wichtigste Bestandteil des Fronleichnamsfestes ist die Prozession, die direkt nach der Messe abgehalten wird. Damit soll die katholische Glaubensfreude noch einmal demonstriert werden. Der Pfarrer führt diese Prozession an und trägt die Monstranz mit der Hostie vor sich her. Dahinter folgt die gesamte Kirchengemeinde. Bis heute sind in ländlichen Gebieten solche Prozessionen zu finden. Sie gehen heute noch reich geschmückt durch die Dörfer und beten. Der Prozessionszug bewegt sich dabei in Richtung der Kirche, wo noch einmal ein Gottesdienst am Ende abgehalten wird.
Früher entstand zudem der Brauch der Fronleichnamsspiele. Sie entwickelten sich regional unterschiedlich, da es hier keine besonderen Traditionen zu beachten galt. Die Spiele stellen Gespräche zwischen den Aposteln und den Propheten dar oder beinhalteten Bilder aus der Heilsgeschichte. Im 14. Jahrhundert entstanden dann diese Spiele, die anfangs nur in England abgehalten wurden, später dann aber auch in Deutschland verbreitet waren. Bis weit in die Neuzeit wurden die Spiele lebendig gehalten, sind heute allerdings kaum noch bekannt. In südlichen Landesteilen und Ländern wird Fronleichnam als Prangertag bezeichnet. Hier bekamen die jungen Mädchen einst neue Kleider, die ganz in Weiß gehalten sein mussten. Sie „prangten“ damit bei der Prozession. Dazu wurden die Mädchen mit Kränzen aus Kräutern geschmückt. Diese Kräuter sollten den Segen bringen. Nach der Prozession gab es für alle Teilnehmer die sogenannten Jungfernnudeln und Jungfernschmarrn. Derart ausgeprägt werden die Prozessionen nur noch in rein katholischen Gemeinden abgehalten. In weiten Teilen des Landes, in denen Fronleichnam kein Feiertag ist, werden gar keine Prozessionen oder Feierlichkeiten abgehalten, nicht einmal von der Minderheit der katholischen Bevölkerung. Hier gerät der Feiertag bei der nicht-gläubigen Bevölkerung beinahe in Vergessenheit.