Reformationstag

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Feiertag Datum Gesetzlicher Feiertag in
Reformationstag 2017 Dienstag, den 31.10.2017 Alle Bundesländer
Reformationstag 2018 Mittwoch, den 31.10.2018 Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Reformationstag 2019 Donnerstag, den 31.10.2019 Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
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Der Reformationstag ist ein gesetzlicher Feiertag in einigen Bundesländern. Der „Gedenktag der Reformation“ ist ein evangelischer und damit ein kirchlicher Feiertag, der alljährlich am 31. Oktober begangen wird. Hierbei wird an die Reformation der Kirche, wie sie durch Martin Luther in die Wege geleitet wurde, erinnert.

Allgemeines zum Reformationstag

Der Reformationstag wird am 31. Oktober begangen, und zwar in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Damit beschränkt sich die Gültigkeit des Reformationstages als Feiertag auf die neuen Bundesländer. Als Feiertag gibt es diesen Tag erst seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Länder. Er hat aber auch Auswirkungen auf die westdeutschen Bundesländer. So haben Kinder in Baden-Württemberg an diesem Tag schulfrei, die evangelischen Schüler Niedersachsens können sich auf Antrag vom Unterricht befreien lassen, um am Gottesdienst teilzunehmen. Auch in Chile und Slowenien ist der Reformationstag ein nationaler Feiertag. In der Schweiz wird immer am ersten Sonntag im November der Reformationssonntag gefeiert. In Österreich ist dieser Tag kein Feiertag, hier sind die Menschen überwiegend katholisch und begehen daher keinen Feiertag der Evangelen. Derzeit gibt es Pläne, den Reformationstag ab 2017 zum gesamtdeutschen Feiertag erklären zu lassen. Dies wäre der 500. Jahrestag der Reformation. Der Reformationstag als Feiertag soll nicht an die Spaltung der Kirche erinnern, sondern vielmehr an die Ideen, die Martin Luther damals hatte. Er gilt daher auch als Vater der evangelischen Kirche, da er mit seinen Ideen und Thesen maßgeblich zur Bildung der heutigen evangelischen Kirche beigetragen hat.

Geschichte des Reformationstages

Martin Luther war Mönch und Theologieprofessor. Am Tag vor Allerheiligen soll er seine Thesen zum Ablasshandel und zur Buße an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben – insgesamt 95 Thesen, die die Reformation einläuteten. Dies geschah im Jahr 1517. Die Absicht Luthers war es angeblich, eine wissenschaftliche Disputation ins Leben zu rufen. Der Kern der Sache war, dass bisher die Erlösung von der Sünde durch die Zahlung eines bestimmten Betrags möglich war. Dies war als Ablasshandel bekannt. Luther bestritt mit seinen Thesen diese Ansicht und schlug sie nicht nur an die Schlosskirche an, sondern schickte sie auch an verschiedene Bischöfe und geistliche Würdenträger des Reiches. Die Bischöfe bekamen die Thesen genau genommen sogar zuerst zu sehen, reagierten aber nicht darauf. Erst danach schlug Luther sie an der Kirche an und machte sie für jedermann zugänglich. Allerdings kann bis heute nicht einwandfrei bewiesen werden, dass Luther tatsächlich diese Thesen an die Schlosskirche geschlagen hat. Schon im Jahrhundert der Reformation gab es einzelne Feiern anlässlich der Umstrukturierungen bzw. des Umdenkens in der Kirche. Als Gedenktage galten damals auch das Geburts- und Sterbedatum Luthers, also der 10. November sowie der 18. Februar. Der 25. Juni wurde als Feiertag anlässlich der Augsburger Konfession begangen. Dass der 31. Oktober nun ein Feiertag ist, ist Kurfürst Johann Georg II. zu verdanken. Er setzte für Sachsen diesen Tag als Feiertag fest, was sich in den anderen Ländern rasch durchsetzen konnte. 100 Jahre nach dem Anschlag der Thesen wurde zudem von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz eine Feier veranstaltet.

Brauchtum zum Reformationstag

Ein direktes Brauchtum gibt es zum Reformationstag nicht. In den Bundesländern, in denen der Tag ein gesetzlicher Feiertag ist, findet in den Kirchen ein Gottesdienst statt, meist am Abend des 31. Oktober. Dabei geht es meist weniger darum, an den Thesenanschlag durch Martin Luther zu erinnern. Vielmehr soll daran gedacht werden, dass sich Sünder durch den Glauben rechtfertigen können – was der Grund für die Reformation durch Luther war. Es gibt bestimmte Lieder, die bei diesem Gottesdienst gesungen werden, wobei Luthers Erzähllieder stets dabei sind. Vielerorts wird der Feiertag einfach als zusätzlicher freier Tag gesehen, denn auch die Nicht-Gläubigen haben an diesem Tag arbeits- und schulfrei.