Karfreitag

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Feiertag Datum Gesetzlicher Feiertag in
Karfreitag 2017 Freitag, den 14.04.2017 Alle Bundesländer
Karfreitag 2018 Freitag, den 30.03.2018 Alle Bundesländer
Karfreitag 2019 Freitag, den 19.04.2019 Alle Bundesländer
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Geschichte des Karfreitags

Das Wort „Kar“ leitet sich aus dem Althochdeutschen ab, was übersetzt treffenderweise in etwa „Trauer“, „Wehklage“ oder „Kummer“ bedeutet. Der Karfreitag lässt sich seit dem zweiten Jahrhundert als Tag des Gedenkens an Jesu Kreuzigung, des Fastens und Betens belegen.

Erst im Laufe der Zeit wurde der Karfreitag mehr und mehr zu einem Fastentag. Von der evangelischen Kirche wurde er zunächst nur teilweise anerkannt. Dies änderte sich erst ab dem 17. Jahrhundert. Ab diesem Zeitpunkt stand vor allem die Buße im Vordergrund. Während vor dem 17. Jahrhundert das Abendmahl am Karfreitag explizit nicht gefeiert wurde, ist dieses heutzutage ein fester Bestandteil des Gottesdienstes an jedem Karfreitag.

Bedeutung des Karfreitags

Der Karfreitag symbolisiert den Tod von Jesus Christus am Kreuz von Golgatha. An diesem Tag gedenken Christen dieser Tatsache. Aus diesem Grund gilt der Karfreitag als Tag der Besinnlichkeit, der Trauer, der Abstinenz und der Buße. Die Bibel besagt, dass durch den Tod Jesu Christi die Sünden aller Menschen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besiegt werden konnten. Dies lässt sich unter anderem aus den vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in der Bibel entnehmen.

Entgegen der landläufigen Meinung ist der Karfreitag jedoch nicht der höchste Feiertag in der evangelischen oder katholischen Kirche. Dies trifft vielmehr auf den Ostersonntag, also der Tag der Auferstehung Jesu von den Toten, zu. Jedoch hat der Karfreitag eine hohe Bedeutung im christlichen Glauben, da es ohne den Kreuzestod Jesu keine Wiederauferstehung hätte geben können.

Das Kreuz, das symbolisch für den Tod Jesu Christi und den Karfreitag steht, wurde etwa ab dem dritten Jahrhundert zum Zeichen der christlichen Kirche.

Sieben letzte Worte Jesu am Karfreitag

Kurz vor seinem Tod am Kreuz sprach Jesus einige Sätze, denen das Christentum eine besondere Bedeutung beimisst. In der katholischen Kirche werden diese Aussprüche Jesu Christi offiziell als „Sieben Letzte Worte“ benannt. Alternativ werden sie auch als „Sieben Kreuzesworte“ bezeichnet. Sie finden sich in den vier Evangelien des neuen Testaments in der Bibel.

Die traditionelle Reihenfolge lautet:

  1. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)
  2. „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43)
  3. „Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26-27)
  4. „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27,46)
  5. „Mich dürstet.“ (Joh 19,28)
  6. „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)
  7. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)
Fischgericht am Karfreitag

Typischisches Gericht am Karfreitag: Fisch

Brauchtum am Karfreitag

Jesus Christus wurde um 15 Uhr (zur sechsten Stunde des Tages; der Tag begann damals um 6 Uhr morgens) gekreuzigt. Heute versammeln sich Christen an Karfreitagen um 15 Uhr zu Gottesdiensten, in denen unter anderem die Leidensgeschichte Jesu verkündet wird. Zu den traditionellen Elementen in katholischen Karfreitagsgottesdienst zählen zudem die Lesung mit Antwortpsalm, große Fürbitten oder die Kreuzverehrung, bei der das verhüllte Kreuz in die Kirche hereingetragen wird. Auf dem Altar befinden sich am Karfreitag keine Kerzen, Blumen oder sonstige Verzierungen. Alle Lieder werden im Gottesdienst ohne Begleitung der Orgel gesungen. Ebenso entfällt das Lesen der Messe.

Nach wie vor ist es in verschiedenen Regionen in Deutschland üblich, an Karfreitagen Fisch zu essen. Der Fisch steht seit jeher - bis heute - als Zeichen, mit dem sich Christen zu erkennen geben. Darüber hinaus begehen viele Christen diesen Tag in Ruhe und Demut vor dem Kreuzestod Jesu.

Der Karfreitag als Feiertag in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In allen Bundesländern in Deutschland gilt der Karfreitag als gesetzlicher Feiertag. Dies trifft zudem auf die meisten Kantone in der Schweiz zu. In Österreich hingegen ist der Karfreitag kein gesetzlicher Feiertag. Altkatholiken, Methodisten und evangelische Christen haben in Österreich am Karfreitag jedoch arbeitsfrei.

Beim Karfreitag handelt es sich um einen stillen Feiertag, sodass besondere Einschränkungen, wie etwa ein Tanzverbot in Deutschland gelten. Daher ist es beispielsweise Diskotheken untersagt, an Karfreitagen zu öffnen. Auch sportliche bzw. öffentliche Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind in Deutschland – bis auf wenige Ausnahmen - an Karfreitagen verboten.