Buß- und Bettag

Feiertag Datum Gesetzlicher Feiertag in
Buß- und Bettag 2017 Mittwoch, den 22.11.2017 Sachsen
Buß- und Bettag 2018 Mittwoch, den 21.11.2018 Sachsen
Buß- und Bettag 2019 Mittwoch, den 20.11.2019 Sachsen
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Der Buß- und Bettag ist in Deutschland ein Feiertag der evangelischen Kirche, wird allerdings nur in Sachsen begangen. Der Feiertag geht auf Notzeiten zurück. Früher einmal gab es keine festen Termine für den Buß- und Bettag, er wurde immer dann eingerichtet, wenn Notstände oder Gefahren zum Gebet riefen. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es einen allgemeinen Buß- und Bettag, der immer am Mittwoch vor dem sogenannten Ewigkeitssonntag stattfindet. Dieser wurde auf elf Tage vor dem ersten Sonntag im Advent festgelegt.
Beim Buß- und Bettag geht es nicht um eine Bestrafung für begangene Sünden, sondern vielmehr um die Reue und die erneute Hinwendung zu Gott.

Allgemeines zum Buß- und Bettag

Das Kirchenjahr beginnt am ersten Advent. Am Mittwoch vor diesem ersten Adventssonntag wird der Buß- und Bettag begangen. Es ist ein gesetzlicher Feiertag, der allerdings evangelisch ist. Heute ist der Tag nur noch in Sachsen arbeitsfrei. Früher einmal gab es in den einzelnen Gebieten Deutschlands unterschiedliche Termine für den Buß- und Bettag. Im Jahr 1878 zum Beispiel gab es 47 Bußtage in 28 deutschen Ländern. Der einheitliche Buß- und Bettag wurde auf der Eisenacher Konferenz evangelische Kirchenleitungen vorgeschlagen.

Evangelische Kirche

Evangelischer Feiertag: Der Buß- und Bettag

Geschichte des Feiertags

Der Buß- und Bettag ist einer der Feiertage, die auf eine lange Geschichte blicken können. So gibt es Urformen dieses Feiertags bereits in vorchristlicher Zeit, auch wenn ein Feiertag dort noch nicht als arbeitsfreier Tag begangen wurde. Es handelte sich hier lediglich um einen Tag, an dem die Götter Sühneopfer erhielten und auf Gnade gehofft wurde. In der katholischen Kirche sind seit vielen Jahrhunderten Tage bekannt, die einzig der Buße und des Betens gewidmet sind.
Im Jahr 1532 gab es den ersten Buß- und Bettag der Protestanten, wobei dieser Tag eine Reaktion auf die langjährigen Türkenkriege sein sollte. Die Feierlichkeiten anlässlich dieses Buß- und Bettags wurden in Straßburg ausgerichtet.
Ungefähr in der Mitte des 16. Jahrhunderts und dann später im 17. Jahrhundert gab es eine Vielzahl an Buß- und Bettagen – es wurde längst nicht nur ein Tag im Jahr dafür vorgesehen. Der König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ordnete 1816 an, dass in Zukunft in jedem Jahr am letzten Sonntag des Kirchenjahres ein Feiertag abgehalten werden sollte, an dem der Verstorbenen gedacht werden würde. Dieser Feiertag war anfangs noch inoffiziell und wurde schon bald von anderen Landeskirchen eingeführt.
1852 und 1878 gab es die Eisenacher Konferenz der deutschen evangelischen Kirchen – dort wurde über die Einführung eines offiziellen Buß- und Bettags debattiert. Bis zum Jahr 1893 wurde dieser Feiertag dann auch von allen Landeskirchen mit evangelischer Ausrichtung eingeführt. Allerdings gab es zu dieser Zeit auch noch weitere 47 Bußtage, die regional unterschiedlich festgelegt waren. Insgesamt existierten 24 Buß- und Bettage. Einen verbindlichen Feiertag gab es erst ab 1934 in der evangelischen Kirche, weitere Feiertage dieser Art gab es dann nicht mehr. Hitler ließ 1939 den Buß- und Bettag auf einen Sonntag verlegen und fortan war dieser praktisch kein Feiertag in dem Sinne mehr – der Sonntag war ohnehin arbeitsfrei.
Erst in den 1950er Jahren verlegte die evangelische Kirche den Feiertag wieder auf den Mittwoch vor dem Sonntag des ersten Advents. Dennoch war der Tag kein offizieller Feiertag.

Von 1981 bis 1995 hingegen war der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, danach einigen sich alle Bundesländer außer Sachsen, den Feiertag abzuschaffen. Er musste weichen, damit die Pflegeversicherung finanziert werden konnte. Dafür blieb der Pfingstmontag als Feiertag erhalten, er wäre die Alternative gewesen.

Brauchtum am Buß- und Bettag

Zum Buß- und Bettag gibt es keine besonderen Bräuche. Es ist lediglich üblich, die Gräber der Verstorbenen zu besuchen und diese hübsch zu schmücken. Außerdem werden Gottesdienste an diesem Tag abgehalten, in denen die Namen der Verstorbenen vorgelesen werden, die im vergangenen Kirchenjahr zur letzten Ruhe gebettet wurden.